Werkstatt 0305



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»Hochdruck«
steht an der Tür der Werkstatt 0305. Gemeint ist damit das auch Buchdruck genannte, schon von Johannes Gutenberg angewendete Druckverfahren, bei dem die druckenden Elemente der Druckform höher liegen als die nichtdruckenden. Aber nicht nur den Buchdruck können die Schülerinnen und Schüler der Klassen BQL und OBF hier kennenlernen: eine kleinformatige Offsetdruckmaschine bietet Einblick in ein moderneres Druckverfahren und somit in das Berufsfeld des Druckers.
Auch künstlerische Druckverfahren finden Anwendung. Für den Bereich Hochdruck sind dies natürlich der Linolschnitt und der Holzschnitt, als künstlerische Tiefdrucktechniken werden Kaltnadelradierung und Ätzradierung erprobt. Neben dem »richtigen« Drucken, also dem Zufälle vermeidenden Herstellen vieler absolut identischer Druckerzeugnisse, findet hier auch experimentelles Drucken seinen Raum. Probiert wird, ob sich die Druckfarbe nicht auch auf andere Weise auf's Papier bringen läßt und welches Material sich möglicherweise als Druckform eignet. Dabei darf dann der Zufall auch mitwirken und Dinge entstehen lassen, die sich zuvor der Planung entzogen.
Jeden Mittwoch kann die Werkstatt ab 15.30 Uhr von Schülerinnen und Schülern des Oberstufenzentrums genutzt werden, die der Stundenplan sonst nicht hierherführt.
ohnGEHÖRig
Im Schuljahr 1999/2000 beschäftigte sich die Werkstatt 0305 mit dem Thema Gehörlosigkeit. Dabei entstanden zunächst Bilder durch hörende Schülerinnen und Schüler, auf deren Inhalte dann gehörlose Schülerinnen des Oberstufenzentrums ihrerseits mit Bildern antworteten. Einige dieser im Original 50x50 cm großen Bilder finden sich hier: >>>
Mit HOCHDRUCK gegen Rassismus
„Rassisten, das sind doch die Glatzen, die Rechten, die Nazis. Das sind doch nicht wir!” So dachten noch bis vor kurzem einige VZ 11-Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums in der Cyclopstraße, bis ihnen bewusst wurde, wie häufig sie sich selbst abfällig über Menschen anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderer Lebensweise äußerten. Nach dem Besuch einer Ausstellung zum Thema „Rassismus” machten sie sich ans Werk und entwarfen 15 Plakate, mit denen auch andere nachdenklich gemacht und zum Umdenken aufgefordert werden sollen. Zu sehen ist Erlebtes, Beobachtetes, Erhofftes. Die einfache Form der Darstellung verstärkt wirkungsvoll die Aussagekraft der enthaltenen Botschaft. Den doppeldeutigen Titel wählten sie, weil einerseits darin die Energie zum Ausdruck kommt, mit der sie ihr Ziel verfolgten, andererseits damit das Druckverfahren genannt ist, in dem sie die 55 x 80 cm großen Plakate entstehen ließen; wobei sie als Material für die Druckform schaumstoffähnliche Dämmplatten verwendeten. „Dann sind wir ja alle ‘n bisschen rassistisch”, urteilte eine Schülerin der Schule erschrocken beim Betrachten der Plakate. Eine erste Wirkung? Ein erster Erfolg? Anzuregen, über genau dies immer wieder neu nachzudenken, das ist die Aufgabe dieser Plakate. >>>
Szczecin/Stettin – Kunst und Kultur gegen Rassismus
Jeder hat Vorurteile, so war es auch bei uns in der Fachpraxis-Gruppe. „Polen klauen und nehmen Deutschen die Arbeitsplätze weg.” Um damit aufzuräumen, luden uns die vier Gruppenmitglieder polnischer Abstammung in ihr Land ein. Am 18. Mai 2006 waren wir vom Oberstufenzentrum Druck- und Medientechnik Berlin in Szczecin (Polen) unterwegs, um zu recherchieren und herauszufinden, wie dort die Arbeitswelt aussieht. Ob es Gleichberechtigung bei der Vermittlung eines Arbeitsplatzes gibt und wie die Chancen für Jugendliche stehen, eine Ausbildung zu finden, konnte uns der Vizepräsident Jerzy Gadomski von der Gewerkschaft „Solidarnosc” erzählen, mit dem wir ein Treffen vereinbart hatten. Die Gewerkschaft selbst besteht seit 25 Jahren, hatte wesentlichen Einfluss auf politische Veränderungen in Polen und ist heute in etwa vergleichbar mit dem Arbeitsamt in Deutschland. Sie versucht, Menschen zu helfen, ob es nun darum geht einen Arbeitsplatz zu finden oder ihnen einfach nur mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und so gut wie es geht die Stadt bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Nun zu den eigentlichen Fragen, die uns veranlasst haben, diese Fahrt anzutreten: Wie man weiß, ist es hier in Deutschland sehr schwer für Jugendliche nach Abschluss der Schulzeit einen Ausbildungsplatz zu finden. Erst recht, wenn sie nur einen Haupt- oder Realschulabschluss haben. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen! In Polen sieht das ganze schon etwas anders aus, da ist selbst mit einem hohen Schulabschluss nicht wirklich viel zu machen. Es gibt nur wenig Ausbildungsangebote, aber immerhin gibt es welche und das gibt vielen Jugendlichen dann doch etwas Hoffnung! In Polen gibt es recht viele Ausländer, einige kommen aus Russland, andere zum Beispiel aus Italien. Leider gibt es in Polen, wie auch in anderen Ländern, eine hohe Arbeitslosenrate. Sie beträgt in der Region um Szczecin etwa 13 Prozent. Ich denke, ein weiterer Punkt der Arbeitslosenrate in Polen und auch in anderen Ländern ist, dass es leider immer noch Arbeitgeber gibt, die nicht nach dem Können sondern nach der Nationalität oder dem Aussehen gehen und handeln. Unsere Graphiken sind auf einfache und wirksame Weise mittels des Hochdruckverfahrens im Format 50 x 75 cm erstellt worden. Jedes Bild hat seine eigene Bedeutung, zum Beispiel: Nicht dazugehören, keinen Zugang finden, Möglichkeiten sind versperrt, Ausgrenzung, Diskriminierung. >>>
Sztuka i kultura przeciw rasizmie
Kazdy ma zarzuty, tak samo jak w naszej grupie. „Polacy kradna i przez nich niemcy nie maja pracy.” Zeby pokazac, ze tak wcale nie jest czterech uczniow z tej grupy urodzonych w Polsce zaprosili nas do Polski. 18. maja 2006 r. pojechalismy z nasza grupa ze szkoly zawodowej do Szczecina zeby sie poinformowac o sytuacji pracy. Poinformowalismy sie tez o tym czy kazdy jest tak samo traktowany w dostaniu jakiejkolwiek pracy i jak wygladaja szanse na miejsce pracy dla mlodziezy. Odpowiedzi na to mogl nam dac Jerzy Gadomski ze zwiazku Solidarnosc z ktorym umowilismy sie na spotkanie. Zwiazek Solidarnosc istnieje od 25 lat mial wplyw na polityczne zmiany w Polsce i dzis mozna go porownac z niemieckim biurem pracy. Solidarnosc stara sie znalezc ludziom prace albo doradzic i odpowiadac na wszelkie pytania i wspierac miasto jak najlepiej. Przejdzmy do pytan, ktore nas zmusily do wyjazdu: Jak wiadomo w niemczech jest bardzo trudno po zakonczeniu szkoly nauczyc sie zawodu. Zwlaszcza wtedy kiedy ma sie niskie albo srednie wyksztalcenie, ale nie mozna tego wykluczyc. W Polsce wyglada to zupelnie inaczej, tam nawet z wyzszym wyksztalceniem nie da sie wiele zrobic. Jest bardzo malo propozycji gdzie mozna nauczyc sie zawodu, ale sa i to jest jakas nadzieja dla mlodziezy! W Polsce jest duzo cudzoziemcow, niektorzy pochodza z Rosji inni na przyklad z Wloch. Niestety w Polsce tak jak w innych krajach jest duzo bezrobotnych, w samym Szczecinie mniej wiecej 13 procent. Mysle, ze nastepny punkt bezrobotnosci w Polsce tak jak w innych krajach jest taki, ze sa jeszcze niestety pracodawcy, ktorzy nie wybieraja po umiejetniosciach tylko pochodzeniu albo wygladzie. Nasza grafika jest wydrukowana w latwy i skuteczny sposob w formacie 50 x 75 cm. Kazdy obraz ma swoje znaczenie na przyklad: Nie nalezec, nie znalezc dojscia, mozliwosci sa przyblokowane, wygraniczenie, dyskryminacja. >>>
Text/Tekst: Alina-Romana Pikelj
Übersetzung/Tlumaczenie: Joanna Liskowska/Lukasz Furga

Werstatt 0305