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Siebdrucker/in
Siebdrucker – Kreative Universalisten
1. Beschreibung des Berufsbildes
Der Siebdruck, auch Durchdruck genannt, ist das universelleste der fünf Hauptdruckverfahren. Im Siebdruckverfahren kann nahezu jedes Material bedruckt werden, wie zum Beispiel Papiere und Pappen, Kunststoffe, Glas, Keramik, Textilien, Metalle und vieles mehr.
Zu typischen Siebdruckprodukten gehören Aufkleber und Plakate genau so wie T-Shirts, Verkehrszeichen oder Kosmetikflaschen, Spielautomatenteile, Kacheln, Porzellan oder Autoteile.
Wegen der großen Vielfalt der Möglichkeiten wird im Siebdruckerberuf in fünf nach den jeweiligen Anwendungen und Bedruckstoffen unterschiedenen Fachrichtungen ausgebildet: Bogensiebdruck. Textilsiebdruck, Rollensiebdruck, technischer Siebruck und keramischer Siedruck. Diese Fachrichtungen werden an der Ernst-Litfass-Schule in der Fachklasse ›Siebdrucker‹ gemeinsam unterrichtet.
Siebdrucker stellen oft die Druckvorlagen für die Siebdruckformen selbst her. Dabei wird die Digitalisierung der Siebruckvorstufe in den letzten Jahren zunehmend Standard.
Die vom Siebdrucker hergestellte Siebdruckform besteht aus engmaschigem Siebgewebe das auf Rahmen gespannt und mit einer Schablone versehen wurde. Das heißt, an den nicht zu druckenden Stellen ist das Sieb farbundurchlässig geschlossen.
Siebdrucker verarbeiten eine Vielzahl von Materialien und verwenden dafür eine große Anzahl verschiederner Farbsorten. Siebdrucker richten Siebruckmaschinen ein und bereiten so den eigentlichen Druckprozess vor. Das Spektrum der Siebdruckmaschinen reicht dabei von einem einfachen Handdrucktisch über Halbautomaten, Dreiviertelautomaten bis zu vollautomatischen Siebdruckmaschinen.
Siebdrucker steuern, kontrollieren und regeln an diesen Maschinen den Siebdruckprozess und die Qualität des Druckproduktes. Siebdrucker werden häufig auch mit der Weiterverarbeitung von Siebdruckprodukten beauftragt.
Der Bundesverband Druck Medien hat auf der Website http://www.drucker-werden.de/ zahlreiche Informationen und einen Film zum Berufsbild ins Netz gestellt.
2. Zugangsvoraussetzungen
Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Der überwiegende Teil der Auszubildenden in diesem Beruf verfügt jedoch über den mittleren Schulabschluss. Das Ausbildungsverhältnis muss von der für den Ausbildungsbetrieb zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. Handwerkskammer (HWK) bestätigt werden. Darum kännen nur Betriebe mit anerkannter Ausbildungsberechtigung ausbilden.
3. Bewerbungsverfahren
Die Bewerbung ist direkt an den Ausbildungsbetrieb zu richten, mit dem auch der Ausbildungsvertrag geschlossen wird. Die Berufsschule kann leider keine AusbildungsplŠtze vermitteln.
4. Probezeit
Die Probezeit dauert entsprechend des Berufsbildungsgesetzes vier Monate. Über das Bestehen der Probezeit entscheidet der Ausbildungsbetrieb.
5. Dauer der Ausbildung
Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre, von Anfang September bis Ende August. Eine Verkürzung um sechs Monate ist bei entsprechenden Leistungen auf Antrag möglich.
6. Abschluss
Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und einer praktischen Abschlussprüfung, die ein Prüfungsausschuss der zuständigen IHK bzw. HWK abnimmt. Weitere Hinweise finden Sie unter der Rubrik ›Prüfungen‹. Abschlusszertifikat ist der Facharbeiterbrief der IHK bzw. HWK in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
7. Weiterqualifikationsmöglichkeiten
Industrie- oder Handwerksmeister, Techniker, einjährige Fachoberschule/Berufsoberschule z.B. an der Ernst-Litfaß-Schule zur Erlangung der Fachhochschulreife/Allgemeinen Hochschulreife.
8. Inhalte des Berufsschulunterrichts
Die Siebrucker/innen werden am OSZ Druck- und Medientechnik in sieben Lernbereichen unterrichtet:
- Wirtschafts- und Sozialkunde (SK),
- Sport/Gesundheitsförderung (S+G),
- Deutsch/Kommunikation (D),
- Fachenglisch (FE),
- Technisch-kaufmännische Mathematik (TKM),
- Informationstechnik (IT) und
- Fachtheorie Siebdruck (FtS), worunter die beiden Schwerpunkte Siebdruckvorstufe und Siebdruckformherstellung sowie Siebduckprozessvorbereitung und Siebduckprozesssteuerung sowie Weiterverarbeitung fallen.
Die letzten fünf Lernbereiche werden entsprechend einem handlungsorientierten Unterrichtskonzept integrativ unterrichtet.
Was bedeutet das?
Das heißt, dass alle diese fünf Lernbereiche nicht analytisch getrennt unterrichtet, sondern bereichsübergreifend gelehrt und thematisch gebündelt werden. Die dabei angewandten Lernmethoden sind sehr vielfältig unterteilt: Vom Fachvortrag über die Gruppenarbeit bis zur gemeinschaftlichen Präsentation. Hauptaugenmerk liegt jedoch stets auf dem selbst organisierten Lernerwerb der Auszubildenden.
Was wird denn gelernt?
Im 1. Ausbildungsjahr wird die Basis für die künftige Arbeit im Medienbetrieb gelegt. Dabei werden Kenntnisse in allen fünf Hauptdruckverfahren (Tief-, Flach-, Hoch-, Durch- und Digitaldruck) erworben. Zudem werden Kennnisse in Text- und Bildbearbeitung der Vorstufe und der buchbinderischen Druckweiterverarbeitung vermittelt.
Den Mittelpunkt der Inhalte des 2. Ausbildungsjahres bildet der Kompetenzerwerb in den Bereichen Arbeitsabläufe organisieren, Datenhandling für die Druckvorlagenherstellung, analoge und digitale Druckformherstellung, Druckprozesse vorbereiten, Druckfarbenherstellung und -handling, Siebdruckmaschinentechnik und Zusatzaggregate, Messen und Prüfen und weitere Massnahmen zur Qualitätssicherung.
Im 3. Ausbildungsjahr liegt dann der Akzent auf der Vertiefung spezieller Inhalte aus folgenden Bereichen: Druckproduktion auftragsbezogen planen und vorbereiten, Daten aufbereiten und digital ausgeben, spezielle Bedruckstoffe bedrucken und weitervearbeiten, Druckfarbenherstellung und -handling, Druckprozesse vorbereiten und steuern, Druckqualität Qualitätsmanagemant. Durch den Ansatz des ›forschenden Lernens‹ werden in ergebnissorientierten Kleinprojekten (z.B. die Herstellung eines Siebdruckprodukts) fachliche, soziale und methodische Kompetenzen der Auszubildenden in allen drei Ausbildungsjahren vetieft und intensiviert. Im letzten Ausbildungsjahr der Siebdrucker/innen findet zudem in der Siebdruckwerkstatt der Ernst-Litfaß-Schule eine fachliche Qualifizierung im Bereich der digitalen Siebdruckvorstufe und in der Siebdruckformherstellung statt.
Weitere Infos zum Siebdrucker: http://www.zfamedien.de/ausbildung/Siebdrucker/


