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1. Beschreibung des Berufsbildes

Drucker drucken.

Hinter dieser simplen Beschreibung verbirgt sich ein anspruchsvolles Berufsbild, das von selbständigem und eigenverantwortlichem Arbeiten an modernen und komplexen Maschinen geprägt ist, alleine oder im Team.

In Druckmaschinen wird mittels einer Druckform Druckfarbe auf den Bedruckstoff übertragen. Drucker stellen die Druckformen her, prüfen Bedruckstoffe, richten die Druckmaschine ein und steuern, kontrollieren und regeln den Druckprozess und die Qualität des Druckproduktes. Die Größe der Druckmaschinen reicht dabei von der eines Fotokopierers bis hin zu der eines ausgewachsenen Einfamilienhauses.

Als Bedruckstoff kommt fast jedes Material in Frage: Papier und Karton, Folien und Kunststoffe, Metall, Glas und Keramik. Die Vielseitigkeit der Druckprodukte kann man sich auch angesichts der Schwierigkeit klarmachen, in der Alltagsumgebung einen Gegenstand zu finden, der  nicht bedruckt ist!

Je nach Beschaffenheit der Druckform wird in fünf Fachrichtungen unterschieden: Flachdruck, Hochdruck, Tiefdruck, Digitaldruck und Siebdruck. Diese Fachrichtungen werden an der Ernst-Litfass-Schule in den Fachklassen ›Drucker‹ und ›Siebdrucker‹ zusammengefasst.

Eine sehr anschauliche Beschreibung des Berufsbildes hat der Bundesverband Druck Medien ins Netz gestellt: drucker-werden.de

2. Zugangsvoraussetzungen

Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Der überwiegende Teil der Auszubildenden in diesem Beruf verfügt jedoch über den mittleren Schulabschluss.

Das Ausbildungsverhältnis muss von der für den Ausbildungsbetrieb zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. Handwerkskammer (HWK) bestätigt werden. Darum können nur Betriebe mit anerkannter Ausbildungsberechtigung ausbilden.

3. Bewerbungsverfahren

Die Bewerbung ist direkt an den Ausbildungsbetrieb zu richten, mit dem auch der Ausbildungsvertrag geschlossen wird. Die Berufsschule kann leider keine Ausbildungsplätze vermitteln.

4. Probezeit

Die Probezeit dauert entsprechend des Berufsbildungsgesetzes vier Monate. Über das Bestehen der Probezeit entscheidet der Ausbildungsbetrieb.

5. Dauer der Ausbildung

Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre, von Anfang September bis Ende August. Eine Verkürzung um sechs Monate ist bei entsprechenden Leistungen auf Antrag möglich.

6. Abschluss

Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und einer praktischen Abschlussprüfung, die ein Prüfungsausschuss der zuständigen IHK bzw. HWK abnimmt. Weitere Hinweise finden Sie unter der Rubrik ›Prüfungen‹. Abschlusszertifikat ist der Facharbeiterbrief der IHK bzw. HWK in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

7. Weiterqualifikationsmöglichkeiten

Industrie- oder Handwerksmeister, Techniker, einjährige Fachoberschule/Berufsoberschule z. B. an der Ernst-Litfaß-Schule zur Erlangung der Fachhochschulreife/Allgemeinen Hochschulreife.

8. Inhalte des Berufsschulunterrichts

Die Drucker/innen werden am OSZ Druck- und Medientechnik in sieben Lernbereichen unterrichtet:

  • Wirtschafts- und Sozialkunde (SK),
  • Sport / Gesundheitsförderung (S+G),
  • Deutsch / Kommunikation (D),
  • Fachenglisch (FE),
  • Technisch-kaufmännische Mathematik (TKM),
  • Informationstechnik (IT) und
  • Fachtheorie Druck (FtD), worunter die beiden Schwerpunkte „Druckvorstufe und Druckformherstellung“ sowie „Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung“ fallen. 

Die letzten fünf Lernbereiche werden entsprechend einem handlungsorientierten Unterrichtskonzept integrativ unterrichtet. Das heißt, dass alle diese fünf Lernbereiche nicht analytisch getrennt unterrichtet, sondern bereichsübergreifend gelehrt und thematisch gebündelt werden. Die dabei angewandten Lernmethoden sind sehr vielfältig unterteilt: Vom Fachvortrag über die Gruppenarbeit bis zur gemeinschaftlichen Präsentation. Hauptaugenmerk liegt jedoch stets auf dem selbst organisierten Lernerwerb der Auszubildenden.

Was wird denn gelernt?

Im 1. Ausbildungsjahr wird über den „Tellerrand“ der eigenen Druckerei geschaut: Neben den fünf Hauptdruckverfahren (Tief-, Flach-, Hoch-, Durch- und Digitaldruck) werden Text- und Bildbearbeitung der Vorstufe einerseits und die buchbinderische Druckweiterverarbeitung andererseits vermittelt.

Kernstück des 2. Ausbildungsjahres bildet der Kompetenzerwerb in den Bereichen analoge und digitale Druckformherstellung, Bedruckstoffherstellung, Druckfarbenherstellung und Einführung in die Druckmaschinen-Konstruktionstechnik.

Im 3. Ausbildungsjahr liegt dann der Akzent auf der Vermittlung spezieller Inhalte aus dem Umkreis der Druckmaschinen (z.B. das Thema Zylinderabwicklung) und auf dem großen Arbeitsfeld der Messtechniken: Densitometrie und Spektralfotometrie. Anzumerken ist noch, dass im letzten Ausbildungsjahr der Drucker/innen für sechs Unterrichtsstunden in der Woche eine fachliche Spezialisierung stattfindet, so dass die Rollendrucker/innen und Bogendrucker/innen getrennt unterrichtet werden. 

In allen drei Ausbildungsjahren können die Auszubildenden auch in produktorientierten Kleinprojekten (z.B. die Herstellung einer Broschur zu einem spezifischen Thema) fachliche, soziale und methodische Kompetenzen erwerben und verstärken.

Weitere Infos zum Drucker: http://www.zfamedien.de/ausbildung/drucker/