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Kartograf/in
Geodatenmanagement
1. Beschreibung des Berufsbildes
Kartographie - Eine verstaubte, antiquierte Wissenschaft? Von Schreibtischtätern mit preussischer Gründlichkeit und maximaler Pingeligkeit gezeichnete Landkarten? Denkste! Der kurze Blick auf die Wetterkarte, oder die Infografik, die sich hinter dem rechten Ohr des Tagesschausprechers entfaltet - Karten bestimmen unser Weltbild!
Die Kartographie hat einen festen Platz in der modernen Medienwelt. Sie arbeitet mit aktuellen Methoden an der graphischen Umsetzung raumbezogener Daten. Der namensgebende Schwerpunkt des Berufes - die Karte - wird durch unterschiedliche Tätigkeiten rund um die Aufnahme, Verarbeitung, Aufbereitung, Gestaltung und Präsentation von Geodaten erweitert.
Sowohl der Lehrberuf, als auch das Fachabitur mit Schwerpunkt Landkartentechnik und die anschließende Möglichkeit zum Fachhochschulstudium und zur Promotion an einer Universität bieten ein breites Betätigungsfeld und eine entwicklungsreiche Anpassung an die eigenen Fähigkeiten.
Kartographen sind immer Handwerker und Wissenschaftler und Künstler! Durch den starken Bezug zum Darstellungsraum liegt die Kartographie an einer Schnittstelle zwischen den Geowissenschaften und den Medienwissenschaften. Die Ausbildung schränkt die künftigen Tätigkeiten nicht nur auf kartographische Berufszweige ein. Umgang mit aktueller Software und das Erlernen gestalterischer Grundlagen ermöglicht viele Berufschancen im Bereich der Graphik und Mediengestaltung.
Durch den Einsatz Geographischer Informations Systeme (GIS) hat sich der Arbeitsmarkt sprunghaft vervielfältigt. So hat zum Beispiel der Softwareriese SAP im Jahr 2000 extra ein Tool für seine marktführende Betriebssoftware eingeführt.
Die Informationen über die Ankunftszeiten von BVG-Bussen und U-Bahnen sind GIS-gestützt, die Münchner Polizei organisiert ihr Verkehrsüberwachungssystem mit einem GIS. Umweltschutzorganisationen arbeiten mit GIS zur Überwachung von Ökosystemen.
Damit etabliert sich ein Expertensystem auf dem Arbeitsmarkt, das von Geographen und Kartographen bedient werden sollte.
Wann immer Informationen mit einem Raumbezug dargestellt werden sollen ist der Kartograph der geeingnete Ansprechpartner. Damit ermöglichen sich eine Vielzahl von Berufs- und Tätigkeitsfeldern.
2. Zugangsvoraussetzungen
Der überwiegende Teil der Auszubildenden in diesem Beruf verfügt über die Hochschulreife. Voraussetzung ist ein guter Realschulabschluss und das bestehen von Einstellungstests.
Das Ausbildungsverhältnis muss von der für den Ausbildungsbetrieb zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. Handwerkskammer (HWK) bestätigt werden. Darum können nur Betriebe mit anerkannter Ausbildungsberechtigung ausbilden.
Um Freude an der Ausbildung zu haben sollte man folgendes mitbringen
• zeichnerische Begabung und die Neigung zu genauer, sauberer Zeichenarbeit auf Papier und am Computer.
• Geduld und Ausdauer zur Bewältigung großer und komplexer Arbeitsaufträge.
• Gutes Sehvermögen.
• Leichte, sichere Hand.
• Farbempfinden.
• Verständnis für Technik und Gestaltung.
• Selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten.
• Gutes räumliches Vorstellungsvermögen.
• Ideen um Sachverhalte anschaulich darzustellen.
3. Bewerbungsverfahren
Die Bewerbung ist direkt an den Ausbildungsbetrieb zu richten, mit dem auch der Ausbildungsvertrag geschlossen wird.
Die Berufsschule kann leider keine Ausbildungsplätze vermitteln, allerdings kann an der Ernst-Litfaß-Schule die fachnahe Ausbildung zum Assistenten für Geovisualisierung absolviert werden.
4. Probezeit
Die Probezeit dauert entsprechend des Berufsbildungsgesetzes vier Monate. Über das Bestehen der Probezeit entscheidet der Ausbildungsbetrieb.
5. Dauer der Ausbildung
Die Regelausbildungszeit beträgt drei Jahre, von Anfang September bis Ende August. Eine Verkürzung um sechs Monate ist bei entsprechenden Leistungen auf Antrag möglich.
6. Abschluss
Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und einer praktischen Abschlussprüfung, die ein Prüfungsausschuss der zuständigen IHK bzw. HWK abnimmt.
Weitere Hinweise finden Sie unter der Rubrik ›Prüfungen‹.
Abschlusszertifikat ist der Facharbeiterbrief der IHK bzw. HWK in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
7. Weiterqualifikationsmöglichkeiten
Industrie- oder Handwerksmeister, Techniker, einjährige Fachoberschule z. B. an der Ernst-Litfaß-Schule zur Erlangung der Fachhochschulreife.
8. Inhalte des Berufsschulunterrichts
Hier stehen demnächst die Stoffverteilungspläne für den Berufsschulunterricht.
Weitere Infos zum Kartographen:
http://www.zfamedien.de/ausbildung/kartograph/
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